Ralf Heckel

Unser Besuch auf der Energia-Webseite

Dies hat noch nie ein Ausländer in Russland geschafft:
 
www.energia.ru/en/news/news-2011/photo_01-12.html

Aber Ihr!
Gratuliere!
 
Im kommenden Jahr könnt Ihr auch zu den Preisempfängern gehören und im Text namentlich erwähnt werden. Das wäre bereits eine der höchsten Ehren der rusischen Raumfahrt, welche mit der Stillegung der Space-Shuttles ab Sommer diesen Jahres bis etwa Ende dieses Jahrzehnts führend in der bemannten Raumfahrt sein wird. In Verbindung mit einem erfolgreichen NASA-Preis über ein bis 2 Jahre stünden Euch damit alle Tore der internationalen Luft- und Raumfahrt offen.
 
Ralf Heckel,
principal

Russland ein Märchenland

von Ralf Heckel, www.spaceeducation.de

Fotos: www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157625831046626/

IMG_2456

Der Samstag heute war entspannt mit etwas Kulturprogramm. Die Jungs haben sich im Ismailowski-Park auf dem Trödelmarkt umgesehen. Bei -6 °C und leichtem Schneefall erfüllte sich zwischen dem Hühnerbein-Haus der Hexe Babajaga und der Schneekönigin ein kleiner russischer Märchentraum. Es gab viel zu Sehen und zum Anfassen. Vor allem die Bauten verschiedener historischer Kulissen verzauberten das Geschehen. Es gab Matroschkas in allen Größen und Mengen, alte Antiquaritäten und neue Souvenirs. Als die Kälte durch die Mäntel zog, setzten sich alle bei heißem Tee in ein rustikales Holzhaus und aßen ein deftiges Schaschlik.

IMG_2459

IMG_2465

Am Nachmittag kamen drei russische Studenten des Moskauer Luft- und Raumfahrtinstitutes. Jewgeni sah müde aus, er hat gestern sein Diplom mit Auszeichnung gemacht. Es ist bereits das beste Diplom des Jahres. Er wird im Februar für zwei Jahre nach Leipzig kommen, als Mentor für verschiedene BELL-Arbeiten zur Verfügung stehen und die Arbeitsgemeinschaft “CAD” im Dienst des International Space Education Institutes an mehreren Schulen leiten.

Marina Tereschkowa und Roman Tarasow wollen das russische Moonbuggy in Leipzig fertig stellen und im April in der USA fahren. Wir erfahren, dass die Leitung des Moskauer Luft- und Raumfahrtinstitutes ein weiteres eigenes Team aufgestellt hat. Das ist eine große Überraschung.

Die Schüler Tobias und Christoph schreiben fleißig an ihren Berichten, als verschiedene Emails eingehen. Der heute 75-jährige Chefkonstrukteur des Lunochod 1 will die Moonbuggy-Teams des International Space Education Institutes unterstützen, die Geschäftseitung des Raumschiffherstellers RKK Energia auch und die Leitung der russischen Raumfahrtagentur Roscosmos fragt nach, ob sie die Vorhaben des International Space Education Institutes beschleunigen kann. Man bietet der Botschafterin Yvonne einen neuen Raumanzug an und bittet um die leihweise Verfügungsstellung des seit 8 Jahren getragenen Anzuges für eine Ausstellung im Rahmen herausragender Bildungsarbeit für die Wissenschaft und Raumfahrt. Am Abend erscheint ein bekannter russischer Geschäftsmann mit seiner Tochter im Hostel und bietet dem Leipziger Institut mit der Finanzierung einiger Flugtickets in die USA Unterstützung an. Er sagt: “Bei so etwas Großem muss ich einfach helfen. Ich kann nicht anders.”

Tobias und Hündin Strelka

Nach dem anstrengenden Vortag zum Geburtstag Koroljows gab es heute wieder einen ereignisreichen Raumfahrt-Tag für Tobias Meier und Christoph Eibeck. Beide sind nun infiziert von all den Raumfahrzeugen, welche im Museum des Raumschiffherstellers Energia zu sehen waren. So erschrak Tobias sehr, als ihn beim genauen Hinsehen in eine kleine Kapsel zwei Augen einer Hündin anzwinkerten. Es war eine Puppe des ersten lebenwesens im All, Laika.

Tobias Meier und Hündin Strelka

Heute gab’s nun im Museum der Kosmonautik in Moskau die Gelegenheit, sich alles in Ruhe anzusehen. Am Eingang empfing der Kosmonaut Alexander Lasutkin (MIR) die Gruppe und unterhielt sich mit den Schülern. Dann lud er die Gruppe in das Museum ein. Gleich zu Beginn standen zwei Hunde in einer Glasvitrine. Es waren die originalen Körper der Hündinnen Belka und Strelka. Strelka hatte es Tobias angetan. Er musste sie genau untersuchen.

Der Tag führte durch die komplette russische Raumfahrt und einige Bereiche der US-Raumfahrt. Viele Raumschiffe wurden bestiegen, erklärt und fotografiert. Tobias war begeistert von der Tatsache, dass Raketentriebwerke auch eine Turbopumpe besitzen. So etwas kennt er aus LKW-Motoren. Er sieht alles sehr praktisch.

DSCF4262

Christoph Eibeck ist eher der Wissenschaftler. Er macht sich schweigend viele Notizen und fragt hin und wieder, wenn er die Erklärungen in russisch oder englisch nicht versteht. Sehr schnell begreift er Zusammenhänge, die in verschiedenen Gesprächen an verschiedenen Orten gemacht wurden. Sogar die vielen russischen Namen der Wissenschaftler lernt Christoph recht schnell auseinander zu halten. Die Technik und ihre wissenschaftlichen Experimente interessieren ihn sehr – mit dem dazu nötigen geschichtlichen Hintergrund ist er bereits erstaunlich gut ausgerüstet.

DSCF4447

Nach etwa 3 Stunden wurde es Zeit das Museum zu verlassen, denn es wartete bereite der nächste Höhepunkt: die Einladung der Tochter Koroljows. Mit einigen Minuten Verspätung gab es eine private Führung durch das Zimmer ihres Vaters. Dort befinden sich alle persönlichen Dinge des Lebens ihres Vaters und viele Auszeichnungen. Sogar ein Lunochod-Rad war zu finden. Eine weitere Stunde lauschten beide mit einer beneidenswerten Aufmerksamkeit den Ausführungen der Professorin.

DSCF4454

Dann gab es Abendessen in der Wohnstube. Gerade noch gestern versammelten sich im selben Raum etwa 30 handverlesene russische Raumfahrtwissenschaftler. Nun sind die Schüler dort. Cosma tobt bereits seit einer Stunde mit der Urenkelin Lena. Auf dem Tisch stehen russische Leckereien und ein schmackhaftes Abendbrot. Es wird viel erzählt. Gegen 20 Uhr ist der Tag dann zu Ende. Morgen fahren wir mit dem Zug zu der Urururenkelin von Ziolkowski.

Fotos:
Museum der Kosmonauten
http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157625691467245/

Zu Hause bei Koroljows
http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157625817045162/

Die Moskauer Metro
http://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157625691317633/

Ralf Heckel,
principal